Vom Kollegen zum Vorgesetzten

Praxistipps für junge Führungskräfte

Glückwunsch, Sie haben es geschafft!

Als frisch gebackene Führungskraft stehen Sie vor neuen Aufgaben, die andere Verhaltensweisen erfordern und anspruchsvolle Herausforderungen beinhalten. Sie sind gefordert, den Mitarbeitern gegenüber das richtige Maß an Nähe und Distanz zu finden und Ihre Führungsposition zu entwickeln.

Als Führungskräftetrainerin begleite ich in meinen Coachings und Seminaren zum Thema „Vom Kollegen zum Vorgesetzten Menschen dabei, erfolgreich in diese Rolle hineinzuwachsen. Ich kenne ihre Ängste und Herausforderungen daher gut. Nicht selten höre ich Sätze wie „Ich fühle mich überfordert“, „Ich kann nicht mehr richtig schlafen, weil ich die Gedanken an die Arbeit nicht abstellen kann“, „Ich weiß nicht, wie ich unangenehme Botschaften überbringen soll“ und viele andere mehr.

Hier kommen 10 praktische Tipps als Starthilfe für neue Führungskräfte.

Hilfreiche Tipps für den guten Start in der neuen Rolle

1. Gehen Sie in Führung

Nehmen Sie die Führungsrolle und die dazugehörige Verantwortung an – nicht nur die Position und den Titel! Das bedeutet, dass auch Ihr Verhalten und Ihre Blickwinkel sich ändern müssen. Sprechen Sie frühzeitig mit den ehemaligen Kollegen über Ihre neue Rolle und Ihre Beziehung zueinander.

Praxistipp:

Nehmen Sie sich in den ersten Wochen bewusst Zeit, mit jedem Teammitglied ein Gespräch zu führen. Lernen Sie die Person kennen und fragen Sie nach Wünschen an Sie als Führungskraft. Finden Sie so heraus, wie die Person geführt werden möchte. Nutzen Sie die Gelegenheit auch, um zu formulieren, was Ihnen als Führungskraft besonders wichtig ist. Das vermittelt Wertschätzung und sorgt für Sicherheit.

2. Schaffen Sie sich Freiräume für Führungsaufgaben

Gerade in der Anfangszeit brauchen Sie viel Zeit dafür, in der neuen Rolle anzukommen und eine gemeinsame Richtung mit Ihrem Team zu finden.

Praxistipp:

Nehmen Sie sich Zeit  Ihre Selbstorganisation zu reflektieren. Achten Sie bei Ihrer Wochenplanung darauf maximal 80 % Ihrer Arbeitszeit zu verplanen, damit Sie für Ihr Team erreichbar und flexibel bleiben. Denken Sie daran, wer ständig verplant und kaum zu greifen ist, wirkt schnell gehetzt und überfordert.

3. Delegieren Sie Aufgaben an Ihre Mitarbeiter

Führen heißt nicht selber machen! Als Führungskraft werden Sie nach der Performance Ihres Teams und damit Ihrer Führungsstärke beurteilt – nicht mehr länger nach Ihrer eigenen Fachtätigkeit. Lernen Sie Aufgaben konkret und eindeutig zu delegieren, um Zeit für Ihre Führungsaufgaben zu haben.

Praxistipp:

Schreiben Sie all Ihre Aufgaben auf. Wie viele der Tätigkeiten, die Sie aufgeschrieben haben sind Führungsaufgaben? Haben Sie Zeiten für Kommunikation mit Ihrem Team und Mitarbeitergespräche eingeplant? Welche der Aufgaben müssen Sie selbst erledigen und welche könnten Sie ebenso delegieren? Nutzen Sie diese Liste für Ihre Wochenplanung und die Delegation möglicher Aufgaben.

4. Beziehen Sie Ihre MitarbeiterInnen ein

Delegieren Sie jedoch nicht nur Aufgaben, sondern auch Verantwortung. Entwickeln Sie Ziele gemeinsam und beachten Sie dabei die Bedürfnisse und Fähigkeiten Ihres Mitarbeiters. Wichtig ist, dass er oder sie der Verantwortung gewachsen ist und diese auch übernehmen möchte.

Praxistipp:

Beziehen Sie Ihre MitarbeiterInnen in die Lösung gemeinsamer Probleme mit ein. Nutzen Sie z. B. gemeinsame Brainstorming Sessions, um zusammen Lösungen zu kreieren. Verteilen Sie im Anschluss Verantwortlichkeiten für die Organisation der einzelnen Schritte.

5. Finden Sie einen Mentor

Lösen Sie sich aus den bisherigen Strukturen und bauen Sie ein anders gelagertes Netzwerk auf. Finden Sie einen erfahreneren Kollegen, der Ihnen in herausfordernden Situationen Tipps geben und Sie coachen kann.

Praxistipp:

Überlegen Sie: Welche Personen aus meinem privaten oder beruflichen Umfeld haben Führungsaufgaben? Zu welchen von diesen Personen schauen Sie auf?

6. Leben Sie vor, was Sie von Ihren MitarbeiterInnen einfordern

Seien Sie Vorbild und vor allem seien Sie konsequent! Halten Sie Ihre Zusagen ein und verhalten Sie sich verlässlich und berechenbar – immer!

Praxistipp:

Versprechen Sie nichts, was Sie nicht einhalten können, werden oder wollen! Lernen Sie unmögliche Vorgaben von Vorgesetzten wie auch von Mitarbeitern konsequent abzulehnen.

7. Treffen Sie Entscheidungen

Entscheidungen vor sich her zu schieben oder auszusitzen kann fatale Folgen haben. Denken Sie immer daran: Auch keine Entscheidung zu treffen ist eine Entscheidung!

Praxistipp:

Beziehen Sie Ihr Team in wichtige Entscheidungsprozesse ein. In einem Workshop oder Meeting können verschiedene Optionen miteinander diskutiert werden.

8. Sanktionieren Sie unerwünschtes oder respektloses Verhalten!

Lassen Sie nicht zu, dass einer Ihrer Mitarbeiter sich Ihnen oder anderen gegenüber respektlos verhält – vor allem nicht vor anderen.

Praxistipp:

Sprechen Sie das unerwünschte Verhalten an und formulieren Sie klar Ihre Erwartungen für den zukünftigen Umgang miteinander. Bleiben Sie dabei fair und wertschätzend. Die Hinweise in meinem Blogbeitrag zum Thema Feedback werden Ihnen dabei helfen.

9. Führen Sie regelmäßig Abteilungs- und Mitarbeitergespräche und seien Sie offen für Feedback aus Ihrem Team

Indem Sie Mitarbeiter- und Zielvereinbarungsgespräche führen, etablieren Sie Ihre Rolle und kommunizieren Ihre Erwartungen. Zudem erfahren Sie, was Ihre MitarbeiterInnen denken und können entsprechend reagieren.

Geben Sie Ihren Teammitgliedern auch die Möglichkeit, Rückmeldung zu Ihrem Führungsverhalten zu geben. Bedanken Sie sich für konstruktives Feedback und nehmen Sie es an!

Praxistipp:

Suchen Sie sich zu Beginn eine Person aus Ihrem Team aus, zu der Sie großes Vertrauen haben. Fragen Sie diese Person regelmäßig nach einem offenen persönlichen Feedback, um daran als Führungskraft zu wachsen. Wenn Sie sich bereit dazu fühlen, weiten Sie nach und nach den Personenkreis aus und nutzen Sie ggf. etablierte Feedbacksysteme des Unternehmens.

10. Halten Sie durch

Bei der Begleitung junger Führungskräfte höre ich oft Sätze wie: „ich glaube, ich habe das unterschätzt“ oder „Ich bin mir nicht mehr sicher, ob ich der / die Richtige dafür bin“.

Praxistipp:

Denken Sie immer daran: „Es ist noch kein Meister vom Himmel gefallen“. Bleiben Sie beharrlich, gestehen Sie Fehler vor sich und Ihrem Team ein, lernen Sie daraus und geben Sie sich Zeit. Beim nächsten Versuch machen Sie es besser!

Fazit:

Der Weg vom Kollegen zur Führungskraft wird spannend, aufregend und manchmal auch beschwerlich sein. Wenn Sie die Abkürzungen vorher kennen und Anfängerfehler vermeiden wollen, lassen Sie sich begleiten!

Hier gelangen Sie zu meinen Seminaren für Führungskräfte.

Hier zu meinem Coaching Angebot.

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